Gang durch die bayerische Demokratiegeschichte

Frank Hofmann MdB a.D., Sprecher AK Demokratie
Foto M.Söllner

Von Frank Hofmann MdB a.D., Sprecher AK Demokratie

Arbeitskreis Demokratie Volkach besucht Bamberg als Ort der Demokratie

Beim Empfang durch den Stadtarchivar Horst Gehringer erfuhren wir aus erster Hand nach welchen Kriterien die dreizehn Orte in Bayern ausgewählt wurden und den Diskussionsstand bezüglich weiterer Orte der Demokratie.

Während für unsere Gemeinde an der Mainschleife die Rede von Wilhelm Joseph Behr von 1832 und die Forderung nach bürgerlichen Freiheitsrechten das herausragende demokratische Ereignis war, wurde 1919 die erste demokratische Verfassung des Freistaates Bayern in Bamberg vom Bayerischen Landtag erarbeitet und in Kraft gesetzt.

Warum Bamberg? Warum nicht München?

Bamberg wurde quasi für wenige Monate (April 1919 bis August 1919) bayerische Hauptstadt. Nach dem Zusammenbruch der wittelsbachischen Monarchie November 1918, der Ermordung des amtierenden Ministerpräsidenten Kurt Eisners im Januar 1919 und eines Landtagsabgeordneten war die Sicherheitslage in München eher revolutionär als eine gesunde Basis für einen Aufbau demokratischer Strukturen.

Nach vielen Überlegungen (Nürnberg,Ansbach, Würzburg etc.) entschieden sich Staatsregierung und Landtag für Bamberg. Eine Riesenaufgabe für die ansässigen Verwaltungsbehörden und die gesamte Bürgerschaft. Aber sie wurde bewältigt. Die Eröffnungssitzung des Landtages fand am 15. Mai 1919 in der Neuen Residenz statt.

Dann wurde umgezogen in den „Spiegelsaal“ in der Harmonie am Schillerplatz. Dieses Gebäude gehörte damals und heute der „Gesellschaft der Honoratioren“. Hier finden heute die Vollsitzungen des Bamberger Stadtrates statt, sowie Ehrungen, Verabschiedungen, Buchvorstellungen etc.

Hier auf dem Schillerplatz vor dem Gebäude „Harmonie“ steht auch die Stele, die auf diesen herausragenden Ort der Demokratie aufmerksam macht.

Unser Tipp: ein Besuch Bambergs muss auch auf den Schillerplatz und den Bamberger Ort der Demokratie führen. Der Spaziergang führte uns über das Alte Rathaus und den Rosengarten unvermeidlich ins „Schlenkerla“. Dort in den Gassen des historischen Bambergs zeigt sich, wie man in Freiheit und Demokratie, ohne Furcht vor der Obrigkeit leben kann. Wer so einen Spaziergang mit toller Führung in Bamberg machen kann weiß, dass sich jeder Einsatz für die Demokratie lohnt.