Geschichte

90 Jahre Tradition

Erfolgreich in Stadt und Landkreis
Aus der Geschichte des SPD-Ortsvereins Volkach

Ein Protokoll des Jahres 1947 liefert den Beleg für die 90jährige Geschichte des SPD-Ortsvereins Volkach. Darin heißt es: "Die Ortsgruppe Volkach der SPD wurde am 15. August 1922 gegründet, und zwar durch die Genossen Wilhelm Völk, Bahnhofsvorsteher und Franz Wächter, Spenglermeister. Diese Gründung war wohl eine Folge des 1918 eingeführten allgemeinen und gleichen Wahlrechts im Kommunalbereich. Es ersetzte das Dreiklassenwahlrecht und ermöglichte den Arbeitern erstmals ein umfassendes politisches Mitspracherecht auf Gemeindeebene.

Vorsitzender der Volkacher SPD war von der Gründung ab bis zum Jahr 1927 Wilhelm Völk. Von 1927 bis zur Auflösung der Partei 1933 durch die Nationalsozialisten führte Genosse Franz Weißenberger den Vorsitz. Nach dem Kriegsende, am 1. Januar 1946, wurde der Ortsverein neu belebt. Nicht zuletzt waren es die Heimatvertriebenen, die hier wieder ihre politische Heimat fanden. Franz Weißenberger stand abermals an der Spitze. Zweiter Vorsitzender in dieser Zeit war Josef Hellmann. Das Amt des Schriftführers oblag Georg Popp. Ein Blick in alte Unterlagen zeigt, daß in der Volkacher SPD bereits 1948 zahlreiche Frauen an der politischen Meinungsbildung mitgewirkt haben. Unter 65 Mitgliedern sind damals 17 Frauen aufgeführt. Bunt gemischt ist in den alten Mitgliederlisten die Rubrik der Berufe. Vom Bauern über Heizer, Weberin, Steindrucker, Hutarbeiterin, Bildhauer, Lokführer, Schreiner, Bäcker, Pflasterer, Fährmann, Tabakarbeiterin, Amtsbote ist eine breite Palette aller Bevölkerungsschichten vertreten.

In den 50er und 60er Jahren wurde das Gesicht der Volkacher SPD von Männern wie August Gistel, Josef Pfaff und Karl Kirch geprägt. August Gistel gehörte dem Stadtrat von 1948 bis 1972 an. Zusammen mit Josef Pfaff erhielt er bei den Stadtratswahlen 1956 die meisten Stimmen aller gewählten Stadträte. Josef Pfaff gehörte dem Volkacher Stadtrat von 1956 bis zu seinem Tode im Jahre 1983 an. Weitere SPD-Stadträte nach dem Krieg waren Franz Weißenberger, Josef Hellmann, Michael Kornell, Georg Schober, Anton Graf, Ludwig Nöth, Hans Barget, Wilhelm Blaß, Ilse Teusen, Frank Hofmann, Eckard Bier. Seit 2008 bilden Dieter Söllner (Krautheim), Günter Nicola (Fahr) und Gerhard Schulzki (Volkach) die SPD-Fraktion im Stadtratsgremium. Dieter Söllner ist seit 1984 Ortssprecher des Volkacher Ortsteils Krautheim und seit 1992 Stadtrat. Nach der Kommunalwahl 2002 übernahm er von Eckard Bier das Amt des Fraktionsvorsitzenden. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Günther Nicola das Amt des 3. Bürgermeisters gewählt.

Seit der Kommunalwahl 2008 gehören Margit Hofmann und Frank Hofmann dem Kitzinger Kreistag an. Kreisrätin ist Margit Hofmann bereits seit 1980. Von 1996 bis 2006 war sie Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

Eine großen politischen Erfolg feierte die Volkacher SPD mit dem Einzug von Frank Hofmann in den Bundestag im Herbst 1994. Damit war die Mainschleife erstmals mit einem Abgeordneten im Deutschen Parlament vertreten.

Seit 1970 waren Franz Stumpf, Lutz Trötschel, Wolfgang Härtel, Jürgen Wagner und Frank Hofmann die Vorsitzenden der Volkacher SPD. Seit 1995 wird der Ortsverein von Dieter Söllner geführt. Seit vielen Jahren obliegt Willi Freibott das Amt des Kassiers.Zweiter Vorsitzender von 2002 bis 2010 war Jan Sommerfeld. Im Jahr 2010 wurde Bärbel Nikola-Bier zur 2. Vorsitzenden gewählt.